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Sicherheit messen – Leistungsindikatoren

In der Flugsicherung ist es grundsätzlich nicht einfach, aussagekräftige Daten zur Sicherheit zu erheben und auszuwerten. Wie in anderen Hochsicherheitsindustrien gibt es nur sehr wenige Zwischenfälle.

Statistiken von negativen Ereignissen erlauben es daher kaum, eine Langzeitentwicklung auszumachen. Ausserdem erfolgen Datenerhebungen in jedem Land etwas anders, was wiederum einen Quervergleich schwierig macht.

 

Es bleibt aber dennoch wichtig zu wissen, wie sich die Sicherheit entwickelt. Skyguide hat dafür 2010 eigens ein Cockpit mit über 30 Indikatoren entwickelt. Erfasst werden neben den international verbreiteten Messgrössen etwa auch die zeit- und qualitätsgerechte Umsetzung von langfristig geplanten Massnahmen und kurzfristigeren Verbesserungen oder qualitative Risikoeinschätzungen.

 

Das Sicherheitscockpit wird der Geschäftsleitung quartalsweise vorgelegt. Diese diskutiert Trends, „Hotspots“ und zeitnahe Massnahmen für die Korrektur möglicher Schwachstellen. Mit den wichtigsten Indikatoren und Erkenntnissen befasst sich jedes Quartal auch der zuständige Verwaltungsratsausschuss.

 

Die Langzeitauswertung zeigt heute positive Tendenzen wie:

  • Der kontinuierliche Rückgang von Staffelungsunterschreitungen (Separation Minima Infringements)
  • Die Stabilität des Betriebs und der technischen Systeme (einzelne Peaks bei der Einführung neuer Prozesse und Komponenten ausgenommen)
  • Eine stabile Ressourcensituation zur Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen
  • Eine bereits seit Jahren sehr gute Meldekultur.

 

Trotz der statistischen Unzulänglichkeiten werden aber auch sporadische kleinere Abweichungen und lokal isolierte Risiken systematisch hinterfragt – Statistiken dürfen kritische Beobachtungen nicht schönfärben.

 

 

Auf internationaler Ebene erhebt der FABEC (Functional Airspace Block Europe Central) von der Bretagne bis in die Schweiz und von Korsika bis zur Nordsee seit einigen Jahren ebenfalls Zahlen zur Sicherheit der zivilen Flugsicherung. Auch wenn mit den wenigen bisher vorliegenden Datensätzen noch keine absolut eindeutige Entwicklung festzumachen ist, stellt dieses viel grössere Muster (etwa achteinhalb mal mehr Flüge als die Schweiz alleine) statistisch gesehen längerfristig eine interessante Quelle dar.

 

Wichtig sind vor allem auch die internationale Abstimmung in Bezug auf die Sicherheitsindikatoren, Ziele und besten Methoden sowie die Bündelung der Kräfte für höchste Sicherheit in der Flugsicherung.

 

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