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Militär & Verteidigung

Skyguide spielt eine wesentliche Rolle bei der Wahrung der Souveränität des Schweizer Luftraums. Sie vollzieht die militärische Flugsicherung im Auftrag der Schweizer Luftwaffe. Der Luftpolizeidienst und die Führung der Kampfflugzeuge bei Trainingseinsätzen aus der militärischen Einsatzzentrale heraus gehören zu den täglichen Aufgaben.

Der Schutz des Schweizer Luftraumes wird in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe sichergestellt.  Wenn ein unbekanntes Luftfahrzeug in den Schweizer Luftraum eindringt, dann ist die Luftpolizei mit Unterstützung der militärischen FlugverkehrsleiterInnen von skyguide sofort zur Stelle. Diese leiten auch Militärflugzeuge von den Air Basen der Luftwaffe zu den Einsatzorten und unterstützen die PilotInnen bei ihren taktischen Luftkampfübungen.

 

Der Luftpolizeidienst ist heute eine Hauptaufgabe der Schweizer Luftwaffe. Unbekannte Flugzeuge müssen kurzfristig und bei jeder Wetterlage identifiziert und nötigenfalls abgefangen werden können. Der Luftpolizeidienst sichert die Integrität und Souveränität des nationalen Luftraumes und unterstützt die Flugsicherung wo nötig.

 

Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurden bis heute Patrouillen aus laufenden Übungen abgezogen und auf eine Live- oder Hot-Mission angesetzt. Eine permanente Einsatzbereitschaft (Quick Reaction Alert) bestand bisher nicht.

Ab 2017 steht skyguide auch an den Wochenenden für die Luftwaffe im Einsatz. Die Betriebszeiten werden bis 2020 im Rahmen des Projekts LP24 schrittweise auf 24-Stunden pro Tag erhöht. Dafür läuft die Ausbildung neuer Flugverkehrsleiterinnen und –leiter auf voller Kapazität weiter.

 

LP24 Einsätze sind äusserst komplex, da die Vorbereitungszeiten sehr kurz und der Koordinationsaufwand mit anderen Stellen gross ist. Die meisten Missionen finden im zivilen Luftraum statt und werden durch die militärischen Flugverkehrsleiterinnen und –leiter von skyguide geführt.

 

Skyguide ist davon auf den Luftwaffenbasen Payerne, Emmen, Meiringen und der militärischen Einsatzzentrale in Dübendorf betroffen. In enger Zusammenarbeit mit der Luftwaffe wurden die Prozesse überprüft und wo nötig angepasst. Die grösste Herausforderung für skyguide ist die Sicherstellung des künftig benötigten Personalbestandes, um die von der LW geforderte Leistung permanent erbringen zu können.

 

Den FlugverkehrsleiterInnen werden unterschiedliche Aufgaben zugewiesen:

  • im Tower/Approach Control auf sieben Air Basen: in Alpnach, Dübendorf, Emmen, Meiringen und Payerne sowie auf den Flugplätzen von Locarno und Sion mit gemischtem zivil-militärischen Flugverkehr,
  • oder im Jägerleitdienst der militärischen Einsatzzentrale (ADDC) im Flugsicherungszentrum in Wangen bei Dübendorf.

 

 

Flugsicherungsdienst

 

In der Platz- und Anflugverkehrsleitung (Tower und Radar) der Militärflugplätze gewährleisten die FlugverkehrsleiterInnen eine sichere und flüssige Abwicklung des Flugverkehrs. Sie überwachen und koordinieren an- und abfliegende Flugzeuge und Helikopter sowie den Rollverkehr.

 

Die militärische Flugsicherung im Tower regelt einen sehr schnellen, kurzfristigen und unplanbaren Flugverkehr. Militärische Kampfjets, Trainingsflugzeuge und Helikopter müssen untereinander und in  jeglichen zivilen Flugverkehr wie Überflüge, Lastenflüge, Gleitschirme, integriert werden. Daher kann sich die Komplexität in kurzer Zeit extrem steigern, was eine schnelle Auffassungsgabe und hohe Konzentration voraussetzt. Für die militärische Anflugverkehrsleitung sind die vielen verschiedenen Anflugtypen, unter anderem Radar, militärisches Instrumentenlandesystem oder GPS basierende Anflüge, immer wieder aufs Neue eine spannende Herausforderung.

 

 

 

 

Einsatzzentrale (ADDC)

 

Die FlugverkehrsleiterInnen in der militärischen Einsatzzentrale (ADDC) werden „Fighter Controller“ genannt. Mit ihrem hochspezialisierten Fachwissen unterstützen sie die PilotInnen der Schweizer Luftwaffe bei taktischen Luftkampfübungen. Ausserdem leiten sie alle militärischen Transitflüge innerhalb der Schweiz. Wie die zivilen FlugverkehrsleiterInnen überwachen auch die Fighter Controller den Luftraum über Radarkonsolen.

 

Die militärische Einsatzzentrale unterstützt auch den Luftpolizeidienst bei der wichtigen Aufgabe, Luftfahrzeuge mit einer unklaren Identität zu identifizieren. In der militärischen Einsatzzentrale wird die visuelle Darstellung des Flugverkehrs erstellt, das so genannte „Recognised Air Picture““. Die visuelle Gesamtansicht wird mit Hilfe von Primär- und Sekundärradaranlagen erstellt und zeigt den hoheitlichen Luftraum mit allen sich darin bewegenden Flugzeugen.

 

Beim Training der Luftverteidigung werden spezifische Abläufe eines Einsatzes geübt, wie die Verteidigung eines bestimmten Gebiets über einen festgelegten Zeitraum, z. B. während des Weltwirtschaftsforums in Davos.

 

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