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Spezialflüge

Die Verfahren zur Koordination von Spezialflügen wurden vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) formalisiert und sind detailliert im AIP (ENR 1.4) und im VFR-Handbuch (VFR RAC 4, §7) beschrieben.

Spezialflüge in den Luftraumkategorien C und D können eine Gefahr für andere Luftraumbenutzer darstellen und zu einem zusätzlichen Koordinationsaufwand für die Flugsicherung führen. Daher unterliegen sie der Genehmigung von skyguide und/oder der Flughafenbehörde.

Drohnen, Modellflugzeuge (RPAS – remotely piloted aircraft system)

Aktivitäten mit RPAS werden in der Schweiz mit der VLK (Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien) geregelt:  VLK

 

Für Flüge mit RPAS (500g bis 30 kg) in einem Abstand von weniger als 5km zu den Pisten eines Schweizer Flugplatzes, sowie für Flüge in einer Kontrollzone (CTR) eines Schweizer Flugplatzes falls eine Höhe von 150m über Grund überschritten wird, ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle (Flugplätze mit Kontrollzone) und/oder dem Flugplatzhalter (Flugplätze ohne Kontrollzone) einzuholen.

 

Weitere Informationen zu Flügen mit RPAS in der Schweiz sowie die Karte ‚Einschränkungen für Drohne‘ finden Sie auf der BAZL Homepage: Drohnen und Flugmodelle

 

Folgende Regeln müssen bei jedem Flug mit RPAS dringend befolgt werden:

  • Das Prinzip „see-and-avoid“ muss angewendet werden, was bedeutet, dass der Pilot:
    • zu jeder Zeit verantwortlich ist, um anderen Luftfahrzeugen auszuweichen
    • ständigen direkten Augenkontakt zum RPAS und zum umgebenden Luftraum hält
    • das RPAS nur unter Wetter- und anderen Umweltbedingungen betreibt, welche die Anwendung dieses Prinzips ermöglichen
  • Andere Luftfahrzeuge haben jederzeit Vortritt gegenüber eines RPAS
  • Das RPAS muss umgehend gelandet werden, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert

 

Für Flüge mit RPAS in der Nähe von Menschenansammlungen, ausserhalb des Sichtkontaktes oder wenn das Gewicht des RPAS 30kg übersteigt, muss eine Bewilligung beim BAZL beantragt werden: rpas@bazl.admin.ch

 

 

 

Foto- und Überwachungsflüge

Für Foto- und Überwachungsflüge in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen. Dem Antragsformular muss eine genaue Karte mit den Fluglinien, dem Fluggebiet oder dem Flugweg beigelegt werden.
Folgende zusätzliche Informationen müssen bei jedem Foto Flug angegeben werden:

  • Sind die angegebenen Flughöhen flexibel oder müssen sie exakt eingehalten werden?
  • Ist es möglich, die Mission zu unterbrechen oder müssen die Linien an einem Stück geflogen werden?
  • Hängt die Mission von einem bestimmten Zeitfenster ab (z.B. wegen dem Sonnenstand)
  • Hängt die Mission von bestimmten Konditionen ab (z.B. keine Wolken, kein Schnee etc.)

 

 

Testflüge

Für Testflüge in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen. Dem Antragsformular muss eine genaue Karte mit den Fluglinien, dem Fluggebiet oder dem Flugweg beigelegt werden.

 

 

Testflüge nach Flugzeugwartung im Test Flight Pattern EA9

Testflüge dürfen nur von Flugzeugwartungsfirmen mit Sitz in der Schweiz durchgeführt werden.

 

  • Der Betreiber des Testfluges muss einen Antrag (Airspace and ATC Request) an die Airspace Management Cell Switzerland (AMC) testflight-eastA9(at)skyguide.ch senden.
  • Vorzugsweise müssen Anträge bis am Mittwoch der Vorwoche des geplanten Fluges bei der AMC eintreffen, damit der Testflug mit den entsprechenden Flugsicherungsstellen koordiniert werden kann
  • 1 Stunde vor Abflug muss der Testpilot per Telefon die ATC kontaktieren (+41 43 931 69 60)
  • Der Betreiber wird von der zuständigen Flugsicherungsstelle über alle Einschränkungen und Bedingungen informiert

 

 

 

Vermessungsflüge

Für Vermessungsflüge in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen. Dem Antragsformular muss eine genaue Karte mit dem Flugweg beigelegt werden.

 

 

TV und Radio Übertragungsflüge

Für TV und Radio Übertragungsflüge in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen. Dem Antragsformular muss eine genaue Karte des Fluggebietes oder des Flugweges beigelegt werden.

 

 

Transportflüge in der Kontrollzone (CTR)

Für gewerbsmässige Transportflüge in einer CTR ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

Im Kanton Zürich ist das Amt für Verkehr (AFV) Ansprechpartner für Transportflüge: afv.zh.ch

 

Ausnahme: Transportflüge ohne wiederholte Landungen oder Abflüge innerhalb der CTR müssen nicht mit skyguide koordiniert werden. Solche Flüge müssen die kürzeste Route zur/von der publizierten VFR-Route verwenden.

 

 

Rundflüge, Passagierflüge in der CTR

Für Rundflüge und Passagierflüge in einer CTR ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

Im Kanton Zürich ist das Amt für Verkehr (AFV) Ansprechpartner für Passagierflüge: afv.zh.ch

 

Ausnahme: Passagierflüge ohne wiederholte Landungen oder Abflüge innerhalb der CTR müssen nicht mit skyguide koordiniert werden. Solche Flüge müssen die kürzeste Route zur/von der publizierten VFR-Route verwenden.

 

 

Flugshows

Für Flugshows in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

 

Fallschirmsprünge

Für Fallschirmsprünge in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

Hinweis: Fallschirmabsprünge in der CTR Zürich können aus operationellen Gründen nicht bewilligt werden.

 

Flüge mit Hängegleitern

Flüge mit Hängegleitern werden mit der VLK (Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien) geregelt: VLK

 

Für Flüge mit Hängegleitern in einem Abstand von weniger als 5km zu den Pisten eines Schweizer Flugplatzes oder weniger als 2.5 km zu einem Helikopterlandeplatz, ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle (Flugplätze mit Kontrollzone) und/oder dem Flugplatzhalter (Flugplätze ohne Kontrollzone) einzuholen.

 

 

Segelflugwettbewerbe

Für Segelflugwettbewerbe in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

 

Himmelslaternen

Himmelslaternen werden in der Schweiz mit der VLK (Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien) geregelt: VLK

 

Für das Steigenlassen von Himmelslaternen in einem Abstand von weniger als 5km zu den Pisten eines Schweizer Flugplatzes ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle (Flugplätze mit Kontrollzone) und/oder dem Flugplatzhalter (Flugplätze ohne Kontrollzone) einzuholen. Im Umkreis von 5km um die Flughäfen Zürich und Bern werden Himmelslaternen grundsätzlich nur nach Betriebsschluss bewilligt (~ 23:30 Uhr).
Vor dem Steigenlassen von Himmelslaternen sollten vorgängig ein paar Abklärungen getroffen werden. In gewissen Teilen der Schweiz sind Himmelslaternen nicht mehr erlaubt (z.B. in den Städten Zürich und Bern, sowie in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Genf).

 

Aus flugsicherungstechnischen Gründen sind folgende Punkte vor dem Steigenlassen von Himmelslaternen zu berücksichtigen:

  • Der Standort befindet sich in einem Abstand von mehr als 5km zur Piste von zivilen und militärischen Flugplätzen
  • Der Start von mehreren Laternen erfolgt gestaffelt (keine Countdownstarts)
  • Die Laternen werden nicht zusammengebunden
  • Es werden keine harten Gegenstände befestigt

 

Ausserdem sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Bei einem möglichen Überflug der Landesgrenze ist sicherzustellen, dass die Auflagen der entsprechenden Länder eingehalten werden. Ein Abstand von mindestens 5km zur Landesgrenze wird deshalb empfohlen.
  • Allfällige kantonale oder kommunale Vorschriften und/oder feuerpolizeiliche Auflagen werden beachtet.
  • Der Grundeigentümer, von wo aus die Starts erfolgen, hat die Starts der Himmelslaternen bewilligt.

 

Für das Steigenlassen von Himmelslaternen mit einem Inhalt von mehr als 30 m3 oder mehr als 2 kg Nutzlast muss eine Bewilligung beim BAZL beantragt werden: BAZL – Gut zu wissen – Himmelslaternen

 

 

 

Ballone (Kinderballone und Freiballone)

Ballone werden in der Schweiz mit der VLK (Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien) geregelt: VLK

 

Das Steigenlassen von Ballonen innerhalb eines Radius von 5 km von zivilen oder militärischen Flugplätzen mit einer Kontrollzone (CTR) unterliegt folgenden Auflagen:

  • Das Volumen darf nicht grösser als 1 m3 sein.
  • Der gleichzeitige Aufstieg ist auf 300 Ballone begrenzt.
  • Die Ballone dürfen nicht gebündelt werden (sogenannte Ballontrauben).
  • Es dürfen keine harten Gegenstände befestigt bzw. in die Ballone eingefüllt werden (Holz, Plastik, Metall, Wunderkerzen, Leuchtstäbe, LED Leuchten usw.). Ausgenommen sind Kartonkarten (max. A5).

 

Können die oben genannten Vorgaben nicht erfüllt werden, ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

In der Schweiz ist es untersagt, Ballone steigen zu lassen:

  • mit mehr als 30 m3 Inhalt
  • mit mehr als 2 kg Nutzlast
  • die mit brennbarem Gas gefüllt sind

 

Für das Steigenlassen von Ballonen mit einem Inhalt von mehr als 30 m3 oder mehr als 2 kg Nutzlast muss eine Bewilligung beim BAZL beantragt werden: BAZL – Gut zu wissen – Ballone

 

 

Wetterballone

Für das Steigenlassen von Wetter Ballonen im Luftraum D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

 

Gas- und Heissluftballone

Für Gas- und Heissluftballonfahrten in den Lufträumen C und D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.

 

 

 

Drachen, Drachenfallschirme und Fesselballone

Fesselballone, Drachen und Drachenfallschirme werden in der Schweiz mit der VLK (Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien) geregelt: VLK

 

Für das Steigenlassen von Drachen, Drachenfallschirmen und Fesselballonen in einem Abstand von weniger als 3km von den Pisten eines zivilen oder militärischen Flugplatzes ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle (Flugplätze mit Kontrollzone) und/oder dem Flugplatzhalter (Flugplätze ohne Kontrollzone) einzuholen.

Für das Steigenlassen von Drachen, Drachenfallschirme und Fesselballone höher als 60m über Grund ist eine Bewilligung beim BAZL einzuholen: ballone@bazl.admin.ch

 

 

Feuerwerke

Für Feuerwerke in einem Abstand von weniger als 5km zu den Pisten eines Schweizer Flugplatzes ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle (Flugplätze mit Kontrollzone) und/oder dem Flugplatzhalter (Flugplätze ohne Kontrollzone) einzuholen.

 

Ausnahme: Für Feuerwerke im Kanton Genf ist eine Bewilligung bei der Kantonspolizei Genf einzuholen: https://www.ge.ch/

 

 

 

Himmelsstrahler und Laser

Für temporäre Installationen von Himmelsstrahlern oder Laser im Luftraum D ist eine Bewilligung der zuständigen Flugsicherungsstelle einzuholen.