DE

Ökologische und finanzielle Vorteile dank Drohneneinsatz für Instandhaltung von Instrumentenlandesystemen

Die wachsende Anzahl Drohnen im Luftraum führt zu neuen Herausforderungen bei der Sicherheit. Drohnen bieten aber auch neue Innovationsmöglichkeiten. Skyguide hat im Jahr 2016 ein Projekt für den Einsatz von Drohnen zur Instandhaltung von automatischen Landesystemen lanciert. Seit Januar 2018 wird auf den Flughäfen Zürich und Genf eine speziell ausgerüstete Drohne eingesetzt. Mit diesem innovativen Ansatz kann skyguide die Kosten und die Umweltbelastung mittelfristig deutlich verringern.

Die automatischen Landessysteme ermöglichen den Piloten bei schlechter Sicht einen sicheren Anflug und eine sichere Landung auf der Piste. Diese Systeme müssen auf Schweizer Flughäfen alle sechs Monate kalibriert werden. Gegenwärtig werden dazu Kalibrierungsflüge in unterschiedlichen Flughöhen und Gleitwinkeln durchgeführt. Dazu wird ein speziell ausgerüstetes Messflugzeug aus Deutschland eingeflogen. Dies verursacht Kosten, Treibhausgasemissionen und Lärm in den verkehrsschwachen Zeiten (auf internationalen Flughäfen normalerweise während der Nacht).

 

Speziell ausgerüstete Drohne in Zürich und Genf im Einsatz
«Dank dem Einsatz von Drohnen zur Kontrolle der automatischen Landesysteme kann skyguide die Kosten, Betriebsstörungen, Lärm und CO2-Emissionen stark reduzieren», erklärt Hervé Demule, Ingenieur und Projektleiter. Seit Januar 2018 werden auf den Flughäfen von Zürich und Genf Drohnen für die präventive und korrektive Instandhaltung des Instrumentenlandesystems (ILS) genutzt. In der zweiten Jahreshälfte sollen sie auch auf den Regionalflughäfen zum Einsatz kommen. Daneben wird der Drohneneinsatz bei anderen Navigationshilfesystemen geprüft.

 

Hervé Demule sagt weiter: «Gegenwärtig erheben wir Daten, um stabile und präzise Messergebnisse sicherzustellen. Ende 2019, wenn die Messgenauigkeit und die Korrelation mit den per Flugzeug erhobenen Daten bestätigt wurden, plant skyguide weniger Kalibrierungsflüge durchführen.»

 

Anzahl Kalibrierungsflüge bis 2020 halbiert
Der Einsatz von mit Messinstrumenten ausgestatteten Drohnen soll die Zahl der Kalibrierungsflüge für ILS ab 2020 um 50 Prozent und ab 2023 um 70 Prozent verringern. Dadurch werden die CO2-Emissionen ab 2020 um 142 Tonnen jährlich reduziert. Ab 2023 sollen gemäss den Prognosen von skyguide jedes Jahr 199 Tonnen CO2 eingespart werden.

 

Die Experten von skyguide stellen ihre innovative Lösung am Donnerstag, 19. April auf dem «International Flight Inspection Symposium IFIS» in Monterey in Kalifornien vor. Weitere Informationen: https://www.ion.org/ifis/abstracts.cfm?paperID=5590