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Sicherheit leben – die Sicherheitskultur

Sicherheit leben – die Sicherheitskultur

 

Skyguide kann es sich nicht leisten, Fehler zu verschleiern. Es steht schlicht zu viel auf dem Spiel. Vielmehr dient jedes beobachtete Problem als Grundlage für Verbesserungen. Die Mitarbeitenden pflegen daher untereinander einen Umgang, bei dem alle einander vertrauen und sich offen austauschen können. Das ist die Grundlage einer guten Sicherheitskultur.

 

Skyguide versteht sich als „High Reliability Organisation“. Eine High Reliability Organisation erkennt, dass Probleme und Störungen immer auftreten können. Sie entwickelt die Fähigkeiten, sich auf unerwartete Situationen vorzubereiten und auf diese zu reagieren.

 

 

Gemeinsam mit unseren zivilen und militärischen Partnern verbessern wir unsere Dienstleistungen kontinuierlich weiter.

 

  • Wir konzentrieren uns auf Probleme und Störungen.
  • Wir vermeiden vereinfachende Interpretationen.
  • Wir stellen betriebliche Abläufe in den Mittelpunkt.
  • Wir streben nach Anpassungsfähigkeit.
  • Wir respektieren fachliches Wissen und Können.

 

 

Zur Einschätzung ihrer Sicherheitskultur hat skyguide eine neuartige interne Umfrage entwickelt und diesen „Safety Culture Survey“ 2006, 2009 und 2012 durchgeführt. Ende 2016 erfolgte die erste Umfrage auf Basis eines neuen, von Eurocontrol entwickelten Vorgehens, durchgeführt und ausgewertet von Experten von Eurocontrol, NATS und der London School of Economics. Diese Umfragen erlauben es, Bereiche zu identifizieren, in denen skyguide ihre guten Resultate weiter ausbauen und gewisse Schwächen korrigieren kann.

 

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Ein erfolgreiches Meldewesen

Die Quote von spontanen Berichten über operationelle Vorfälle ist seit Jahren sehr hoch. Bei den automatisch aufgezeichneten Staffelungsunterschreitungen kann skyguide von den betroffenen FlugverkehrsleiterInnen – dank einer sehr progressiven Abmachung mit den Berufsverbänden zur Datentransparenz – auch nachträglich einen Rapport verlangen und so 100 Prozent der Fälle dokumentieren.

 

Auch die technischen Dienste verfügen über ein auf ihr Tätigkeitsfeld zugeschnittenes vertrauliches Meldewesen für technische Vorfälle.

 

Die allgemeine Sicherheitsmeldung ergänzt das Meldesystem der skyguide; alle Mitarbeitenden können jegliche Beobachtung, der ihrer Meinung nach ein Sicherheitsrisiko zugrunde liegt, vertraulich melden.

 

Für besonders wertvolle Beiträge – egal aus welchem Gebiet und unabhängig von der Rolle des Autors – verleiht skyguide einen Sicherheitspreis. Die Erläuterungen zum Fall und die namentliche Ehrung werden intern mit viel Interesse verfolgt.

 

Eine faire und gerechte Kultur

Vertrauen und angemessener Schutz für alle in der Luftfahrt tätigen Personen verhilft diesen nachweislich zu einer optimalen Einstellung und einem konstruktiven Umgang mit Fehlern.

 

Die Mitarbeitenden von skyguide, die ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen, haben für ihre Handlungen und Tätigkeiten keine disziplinarischen Massnahmen zu befürchten. Sie alle können Probleme – auch eigene Fehler – offen und umfassend melden. Hingegen toleriert skyguide weder grobfahrlässiges noch mutwillig schädigendes Verhalten. Diese Grundsätze sind formell in einer für alle gültigen Richtlinie festgehalten. Bei allfälligen Interpretationskonflikten wird das interne „Safety Arbitration Committee“ mit der Klärung beauftragt.

 

Dank dieser gerechten und fairen Kultur oder „Just Culture“ verfügt skyguide heute über ein ausgezeichnetes Meldewesen. Anhand der eingehenden Meldungen über jegliche Beobachtung gewinnt die Organisation gut dokumentierte Erkenntnisse und kann das Flugsicherungssystem laufend verbessern. Eine Reihe anderer sicherheitsrelevanter Industriebereiche interessiert sich deshalb auch für die Just Culture und deren Umsetzung.

 

Just Culture bei skyguide

 

In der Öffentlichkeit ist der Umgang mit Fehlern freilich nicht immer einfach. Der berufsethische Ansatz der Just Culture unterscheidet sich mitunter von den gesellschaftlich-moralischen Erwartungen oder dem geltenden Recht. Dessen ist sich skyguide bewusst. Im regelmässigen Austausch mit Staatsanwaltschaften, Medien, Berufsverbänden usw. versucht sie, das gegenseitige Verständnis zu fördern, das heisst die sicherheitsrelevanten Aspekte der Just Culture aufzuzeigen und mit dem rechtsstaatlichen Imperativ in Einklang zu bringen.

 

Der Reifegrad der Just Culture ist Teil der internationalen Bewertung von Flugsicherungsorganisationen. Die Safety Culture von skyguide wurde dabei in den vergangenen Jahren immer sehr hoch eingestuft. Der weitere Fortschritt hängt unter anderem von den Entwicklungen auf legislativer Ebene ab. Rechtlich gesehen kennt die Schweiz nämlich eine Ausnahme in der Anwendung des internationalen Standards über Untersuchungen von Unfällen und Zwischenfällen in der Luftfahrt (ICAO-Konvention Anhang 13). Aussagen der Beteiligten dürfen gemäss Konvention nur zur Aufklärung des Unfalls benützt werden. In der Schweiz lässt das Gesetz aber aufgrund solcher Aussagen eine Strafverfolgung zu. Für die Aufhebung dieser Ausnahme setzt sich skyguide zusammen mit anderen Akteuren der Luftfahrt ein – zugunsten der Just Culture.

 

Der Reifegrad der Just Culture ist Teil der internationalen Bewertung von Flugsicherungsorganisationen. Die Safety Culture von skyguide wurde dabei in den vergangenen Jahren immer sehr hoch eingestuft.

 

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