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Technologischer Drive, gepaart mit Zuverlässigkeit

Technologischer Drive, gepaart mit Zuverlässigkeit

 

Der Flugverkehr befindet sich im Umbruch. Digitalisierung und Automatisierung verändern auch die Flugsicherung. Skyguide macht ganz vorne mit; ihr Virtual Centre als Kernstück der technologischen Entwicklung nimmt Schritt für Schritt Gestalt an. Auch neue, disruptive Elemente, allen voran die Drohnen, erfordern neue Technologien, Methoden und Strukturen, eröffnen aber für skyguide auch attraktive Geschäftsfelder.

 

Nicht nur die Drohnen als disruptives Element sind Treiber des technologischen Wandels. Auch das klassische ATM muss sich weiter entwickeln. Das grosse Thema ist die Digitalisierung, die im Zentrum der Zukunftsstrategie von skyguide steht. Kernelement ist das sogenannte Virtual Centre-Programm, ein Verbund von Flugsicherungseinheiten unter der Verantwortung eines oder mehrerer Flug-sicherungsunternehmen, die von verschiedenen Standorten aus operieren. Sie verwenden vollständig standardisierte Betriebsmethoden, Informationen, Verfahren sowie tech-nische Mittel und Ausrüstungen.

 

Digitalisierung im Zentrum
Das Virtual Centre wird angetrieben durch die Pläne der Europäischen Kommission, einen einheitlichen europäischen Luftraum (SES, Single European Sky) zu schaffen und findet im Rahmen des Forschungsprogramms SESAR (Single European Sky ATM Research) statt. Skyguide leistet Pionierarbeit und implementiert momentan die zweite Phase des Virtual Centre. Dabei konnte 2018 ein grosser Schritt realisiert werden: Das Tool CRYSTAL, das in den Flughäfen Genf und Zürich bereits seit Jahren in Betrieb war, wurde auf eine serviceorientierte Plattform migriert. Jetzt werden die Zentren Genf und Zürich von einem Standort in Dübendorf aus bedient. Mit CRYSTAL kann das Verkehrsaufkommen zu jeder Zeit vorhergesagt werden, was für den Ressourceneinsatz entscheidend ist und einen effizienten Verkehrsfluss gewährleistet.

 

Der nächste Meilenstein im Virtual Centre heisst New Route Handling (NRH). Das NRH ist ein wichtiger Faktor bei der Einführung des Free Route Airspace (FRA). FRA ist ein bestimmter Luftraum, in dem Benutzer eine Route zwischen einem definierten Einstiegs- und Ausstiegspunkt frei planen können.

 

Der Hauptteil des Virtual Centre sollte in den frühen 2020er-Jahren implementiert sein. Spätestens 2024 sind die Unternehmensarchitektur und die flexible technologische Plattform vollumfänglich in Betrieb. Skyguide wird damit in der Lage sein, das technologische Umfeld aktiv zu gestalten und seine Dienste anderen europäischen Flugverkehrs-managementunternehmen anzubieten.

 

Laufende Verbesserung von Prozessen und Systemen
Schon heute werden die technischen Systeme, das Design des Luftraums und die Betriebsverfahren kontinuierlich verbessert: Schrittweise werden direkte Routen eingeführt. Die Optimierung der Anflüge durch Programme wie iStream und XMAN (Extended Arrival Management) tragen dazu bei, Kosten und Umweltbelastung zu senken. XMAN zielt auf eine Verkürzung der Wartezeiten der Flugzeuge beim Anflug auf Flughäfen ab, indem ihre Reisegeschwindigkeit schon im Luftraum benachbarter Kontrollzentren, unter Umständen Hunderte von Kilometern vor dem Ziel, so angepasst wird, dass sie zur exakt vorberechneten Zeit ankommen. Mit dem Programm iStream, am Flughafen Zürich eingeführt, wird verhindert, dass es am frühen Morgen, kurz vor Aufhebung des Nachtflugverbotes, zu einem Stau im Warteraum kommt.

 

Drohnen im Test
Nicht nur zum Freizeitvergnügen, sondern auch für professionelle Zwecke eröffnet der Einsatz von Drohnen neue Möglichkeiten. So testeten die Post und die Insel-Spitalgruppe in Bern im Sommer 2018 den Einsatz einer GPS-gesteuerten, autonom fliegenden Drohne für den Transport von Laborproben zwischen dem Tiefenauspital und dem Zentrallabor im Inselspital. Ein Drohneneinsatz der Post in Lugano läuft schon seit 2017.

Rund um die Drohnen hat sich ein interessantes Geschäftsfeld mit neuen Firmen und Arbeitsplätzen entwickelt. Es gibt aber auch eine problematische Seite: Der Luftraum ist begrenzt, und alle Benutzer müssen integriert werden, damit sie einander nicht in die Quere kommen. Das manifestierte sich am Flughafen Zürich schon zweimal: Im Mai 2017 und im September 2018 flogen Drohnen so nahe an landende Swiss-Linienflugzeugen vorbei, dass die Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) sie als »schwere Vorfälle« einstufte.

 

Pionierrolle für skyguide
Einrichtungen für die Kooperation und Kommunikation zwischen UTM (Unmanned Traffic Management) und dem bisherigen ATM (Air Traffic Management) sind deshalb 
dringend erforderlich. U-Space ist die Antwort darauf: eine digitale Infrastruktur, um Drohnen den sicheren Zugang zum europäischen Luftraum zu ermöglichen. U-Space ermöglicht die Registrierung, den Datenaustausch und die Kommunikation. Skyguide ist das erste europäische Flugsicherungsunternehmen, das den U-Space umsetzt.

 

Skyguide, zusammen mit einem führenden Industriepartner, gab Anfang 2018 bekannt, gemeinsam den Swiss U-Space zu entwickeln. Nachdem skyguide schon im September 2017 mit drei Flügen in Genf das Konzept des U-Space erfolgreich vorgeführt hatte, traten skyguide und ihr Partner im Juni 2018 zu einer umfassenden Demonstration an. Dies im Rahmen des »Drone Innovators Network«-Events des World Economic Forums (WEF) in Zusammen-arbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und Präsenz Schweiz.

Dabei erfüllten mehrere Dutzend Drohnen überall in der Schweiz diverse Aufgaben, lieferten z.B. medizinische Artikel aus oder führten Wetterbeobachtung durch. Das Swiss U-Space-System lieferte Live-Informationen an ein Dashboard. Dieses visualisierte den Verkehrsfluss von bemannten und unbemannten Flugzeugen. Noch 2019 soll ein erster Satz von U-Space-Diensten für alle Nutzer bereit sein.

 

Drohnen statt Flugzeug
Skyguide macht sich die Drohnen-Technologie auch für eigene Aufgaben zunutze: Seit Januar 2018 sind auf den Flughäfen von Zürich und Genf Drohnen für die Wartung und Kalibrierung des Instrumentenlandesystems (ILS) im Einsatz. Bisher wurden solche Flüge mit einem Spezialflugzeug unternommen, das jeweils aus Deutschland eingeflogen werden musste. Der Einsatz von Drohnen soll die Zahl der Kalibrierungsflüge ab 2020 um 50% und ab 2023 um 70% verringern. Damit können grosse Mengen Treibstoff eingespart und CO2-Emissionen reduziert werden. Auch die Lärmbelastung wird sinken.