Genf, 05. März 2026 – Der Luftverkehr in der Schweiz erreichte 2025 einen neuen Höchstwert. Skyguide führte mehr Flüge sicher durch den Schweizer Luftraum und steigerte die Pünktlichkeit. Höhere Gebühren führten zu einem positiven Jahresergebnis und verschaffen dem Unternehmen Zeit für strukturelle Verbesserungen.

Skyguide führte 2025 insgesamt 1,346 Millionen Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR, siehe Box). Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Starts und Landungen nahmen zu und erreichten 487’515 Bewegungen (+1,7 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass der Verkehr stark schwankte, da viele Fluggesellschaften ihre Routen und Zeiten kurzfristig änderten: Nur rund 60 Prozent der Flüge hielten sich exakt an die ursprüngliche Planung. Das fordert die Flugsicherungen in ganz Europa und damit auch Skyguide. Um auf diese Volatilität zu reagieren, öffnet die Schweizer Flugsicherung bei Bedarf und nach Möglichkeit zusätzliche Luftraumsektoren, was die ohnehin knappen personellen Ressourcen zusätzlich beansprucht.

Trotz dieser anspruchsvollen Umstände gelang es Skyguide 2025 den Verkehr im den ihr anvertrauten Luftraum sicher und mit steigender Pünktlichkeit zu führen: 96,3 Prozent aller Flüge erreichten ihr Ziel innerhalb der definierten Zeitvorgaben. Die flugsicherungsbedingte Verzögerung lag im Durchschnitt bei 37 Sekunden pro Flug. Damit blieb Skyguide deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von mehr als zwei Minuten. Der Anteil der Flüge mit mehr als 15 Minuten Verspätung sank auf 1,42 Prozent. Der Löwenanteil der Verspätungen von 2025 ist auf das Wetter zurückzuführen und punktuell auf Kapazitätsengpässe.

Zur Qualität der Dienstleistung Sorge tragen

Skyguide erzielte 2025 einen konsolidierten Gewinn von 55,2 Millionen Franken, während sie im Vorjahr noch rote Zahlen schrieb (-18,9 Mio. Franken). Für dieses Ergebnis ausschlaggebend waren insbesondere höhere Flugsicherungsgebühren: Skyguide erhöhte per Anfang 2025 die Tarife für Überflüge um 38 Prozent und Landungen um 24 Prozent. Damit bildet sie ihre tatsächlich anfallenden Kosten besser ab. Diese Gebührenerhöhung muss von der EU-Kommission noch abgesegnet werden.

Gleichzeitig investierte das Unternehmen 70 Millionen Franken in Betrieb und Technik. Zudem zahlte es 41 Millionen Franken des Covid-Darlehens an den Bund zurück. Insgesamt tilgte Skyguide bisher 86 Millionen Franken des ursprünglichen Kredits von 250 Millionen Franken.

Die finanzielle Lage stabilisiert sich damit vorübergehend. Die strukturellen Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Steigende regulatorische Anforderungen, notwendige Investitionen in die Stabilisation der Systeme und höhere Personalkosten erhöhen den Druck. Skyguide überprüft auch deshalb ihre Strukturen und Prozesse. Eine interne Task Force soll zeigen, wo und wie Skyguide Abläufe vereinfachen, Verantwortlichkeiten klären und ihr finanzielles Fundament stärken kann. „Wir handeln zügig, aber nicht hektisch. Wir setzen klare Prioritäten und richten unsere Ressourcen konsequent auf unseren gesetzlichen Auftrag aus“, sagt Skyguide-CEO Peter Merz. In diesem Prozess stehe die Sicherheit an oberster Stelle. “Es geht aber auch darum, der Qualität unserer Dienstleistungen für unsere Partner, Kunden und deren Passgieren Sorge zu tragen und unsere wirtschaftliche Stabilität langfristig zu festigen.”

Lesen Sie hier den ganzen Jahresbericht von Skyguide.

Finden Sie hier die Grafiken zum Luftverkehr 2025 in der Schweiz in Bild- und HTML-Format.

Wussten Sie? Was IFR bedeutet

IFR steht für Instrument Flight Rules. Diese Flüge werden nach klar definierten Verfahren geführt. Pilotinnen und Piloten orientieren sich dabei an technischen Anzeigen im Cockpit und an Vorgaben der Flugsicherung – und fliegen nicht primär auf Sicht. Der Grossteil des Linienverkehrs findet nach diesen Regeln statt.